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Biodiversität. Kap.1.4

Datenbanken dokumentieren Biodiversität für alle zugänglich am Beispiel von FishBase und SeaLifeBase

Cornelia E. Nauen

Kurzfassung: Marine Biodiversität, die Vielfalt des Lebens im Ozean, ist die am wenigsten bekannte aller Lebensräume der Erde. Das Wissen um die einzelnen Arten von Meeresorganismen ist immer noch besonders bruchstückhaft und auf kommerziell genutzte Arten konzentriert. Diese genutzten Arten wurden oft isoliert untersucht, z.B. bei klassischen Bestandsuntersuchungen für die Fischerei. Die Arbeit von Pauly in artenreichen tropischen Gewässern und die Konvention zur Artenvielfalt machten die Notwendigkeit systematischer Arbeit über alle Arten sichtbar. Die Zentrierung dieser Arbeit durch Pauly und Froese auf die Schaffung einer einheitlichen Struktur – FishBase -, erlaubte es, Wissen aus verschiedenen Quellen über alle Fische der Welt zu standardisieren und direkt für wissenschaftliche Analysen verfügbar zu machen. Dies bedeutete einen enormen quantitativen und qualitativen Schritt nach vorn im Verständnis der marinen Biodiversität. Im Vordergrund standen von Anfang an Parameter, die für Bestandsuntersuchungen, aber auch den Schutz und Wiederaufbau der Bestände wichtig sind, sowie allgemein wichtige Informationen zur Biologie, Verbreitung und Artenbestimmung. Die Entwicklung des Internets und neuer technologischer Plattformen erlaubte die Öffnung dieses Wissensfundus für alle potentiell Interessierten, weit über den üblichen Expertenkreis hinaus. Daraus haben sich ungeahnte neue Anwendungsmöglichkeiten ergeben, die sich auch immer noch weiter entwickeln. Fünfzehn Jahre nach FishBase startete ein noch ambitionierteres System geleitet, von Palomares und Pauly, das potentiell alle im Meer lebenden Arten außer den Fischen auf einer ähnlich strukturierten Plattform abbildet und Informationen leicht zugänglich macht, SeaLifeBase. Nicht nur geht die Zahl der zu erfassenden Arten um ein Vielfaches der mittlerweile über 33.300 dokumentierten Fischarten hinaus, sondern es gibt deutlich weniger Literaturquellen über die wirtschaftlich weniger bedeutsamen Wirbellosen, Algen und anderen Meeresorganismen. Umso wichtiger sind diese beiden frei zugänglichen Datenbanken für das Grundwissen der marinen Biodiversität und einer großen Zahl von Anwendungen, die auf verlässliche Artenkenntnis angewiesen sind und sich in mehr als 6.000 Zitaten in wissenschaftlichen Veröffentlichungen widerspiegeln. Mehr als 700.000 monatliche Nutzer aus der ganzen Welt zeugen von der Breitenwirkung dieser Informationssysteme als integrale Bestandteile der weltweiten Wissensinfrastruktur, deren Qualität von einem internationalen Konsortium gewährleistet wird. Die kontinuierliche Ausweitung der Zusammenarbeit und Finanzierung ist dringend, um die noch großen Wissenslücken im Bereich der Artenvielfalt der Meere zu schließen.

Databases document biodiversity accessible to all, the example of FishBase and SeaLifeBase: Marine biodiversity, the diversity of life in the ocean, is the least known of all the habitats on earth. The knowledge of the various species of marine organisms is still particularly fragmented and concentrated on commercially exploited ones. These species have often been investigated in isolation, for example in the case of classical fisheries surveys. The work of Pauly in species-rich tropical waters and the Convention on Biological Diversity made the need for systematic work on all species visible. The focus of this work by Pauly and Froese was on the creation of a uniform structure – FishBase –, which allowed to standardise knowledge from diverse sources across all fish species and make this information directly available for scientific analysis. This resulted in an enormous quantitative and qualitative step forward in the understanding of marine biodiversity. From the outset, parameters at the forefront of work where those that are important for stock assessments, but also the protection and rebuilding of decimated stocks as well as generally important information on biology, distribution and species identification. The development of the Internet and new technological platforms allowed the opening up of this knowledge treasure for all potentially interested, far beyond the usual circle of experts. This has led to unprecedented new applications, which are still developing. Fifteen years after FishBase, an even more ambitious system was launched by Palomares and Pauly. It potentially documents all marine species other than fish on a similarly structured platform and makes information easily accessible, SeaLife-Base. Not only does the number of species to be recorded go up by many times over and above the 33,300 fish species documented, but there are significantly fewer literature sources about the economically less important invertebrates, algae and other marine organisms. These two freely accessible databases are thus all the more important for accessing the basic knowledge of marine biodiversity and a large number of applications that depend on reliable species knowledge. This is reflected in more than 6,000 citations in scientific publications. More than 700,000 monthly users from all over the world testify to the breadth of appeal of these information systems as an integral part of the global knowledge infrastructure the quality of which is ensured by an international consortium. The expansion of co-operation and funding is urgent in order to close the still great knowledge gaps about the diversity of the marine life.