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Biodiversität. Kap. 2.2

Vom Menschen bedingte Biodiversitätsveränderungen seit Ende der letzten Kaltzeit

José L. Lozán, Siegmar-W. Breckle & Eike Rachor

Kurzfassung: Der Jagddruck beim Untergang der Großsäugetiere am Ende der letzten Kaltzeit war der Beginn des deutlichen Einflusses des Menschen auf die Biodiversität. Mit der Rodung der Wälder, auch in Europa, begann dann die Zerstörung von Lebensräumen. Heute werden tropische Regenwälder mitsamt ihren einzigartigen Lebensgemeinschaften und ihrer Artenfülle vernichtet. Die treibende Kraft für die Rodung ist die Ausweitung der Landwirtschaft und Viehzucht. Eine weitere Gefahr für die Artenvielfalt ist die Anwendung von Insektiziden und andere Pestiziden sowie übermässiger Düngung verbunden mit der Schaffung von Monokulturen in der Landwirtschaft. Sie gilt als der »Killer Nr. 1« der Biodiversität. Der Mensch hat durch den globalen Handel und Austausch von Pflanzen und Tieren die Artenzusammensetzung im Meer und auf dem Land vielerorts neu komponiert. Beim Import von Nutzpflanzen wurden andere Arten wie Wildkräuter mit eingeschleppt. Wiesen und Felder sehen heute weltweit ähnlich aus. Im Meer sind viele Bestände von Nutzfischarten überfischt. Durch die Fischerei werden jährlich Millionen von Tieren als Beifang getötet. Da es keinen Markt für sie gibt, werden diese Tiere ins Meer zurückgeworfen. Die Fischerei gilt als der »Killer Nr. 2« der Biodiversität.
Man-induced changes in biodiversity since the end of the last Ice Age: Hunting pressure caused the demise of large mammals at the end of the Ice Age and was the beginning of the considerable influence of man on biodiversity. The destruction of habitats started with the clearing of forests, even in Europa. Today, tropical rain forests are destroyed along with their unique communities and species richness. The driving force behind the clearing is the expansion of agriculture and livestock. Another threat to biodiversity is the use of insecticides and other pesticides, and too many fertilizers, resulting in monocultures in agriculture. Agriculture is considered the »No. 1 Killer« of biodiversity. Man has widely altered the species composition in the sea and on the land through global trade and exchange of plants and animals. Other species such as weeds are introduced with the importing of crops. Meadows and fields now look similar worldwide. In the sea many stocks of commercial fish species are overfished. Millions of animals are killed every year as fishing by-catch. Since there is no market for them, these mainly dead animals are returned to the sea. The Fishing is considered the »No.2 Killer« of biodiversity.