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Biodiversität. Kap. 2.4

Habitat-Zerstörung in den Flüssen durch Baumaßnahmen und ihre Auswirkungen auf die Biodiversität am Beispiel der Wanderfischarten

José L. Lozán

Kurzfassung: Um Flüsse als Wasserstraßen und zur Energiegewinnung nutzen zu können, werden sie durch Baumaßnahmen wie Stauhaltung, Begradigung, Vertiefung und Uferverbau grundlegend verändert. Oberhalb der Staustufen verringert sich die Fließgeschwindigkeit und die Sedimentationsprozesse nehmen zu. Das Flussbett verschlickt bzw. versandet und verändert sich dadurch stark. Fische verlieren ihre Laichplätze. Schwankungen des Wasserstandes, der Transport- und Austauschprozesse sowie andere typische Eigenschaften eines Fließgewässers gehen verloren. Die ökologischen Folgen sind weitreichend. Fische und andere Wasserorganismen werden daran gehindert, ihre natürlichen Flussauf-Wanderungen durchführen zu können. Vor den Staustufen werden die Fische massiv befischt. Hierzu kommt die Verschmutzung und Kontamination. Täglich werden große Fischmengen durch die Turbinen der Kraftwerke vernichtet. Die Kombination aller dieser Faktoren hat in vielen europäischen Flüssen dazu geführt, dass vor allem Wanderfischarten wie Stör, Lachs, Meerforelle und Alse ausgestorben sind oder sich auf eine Restpopulation reduziert haben.

Habitat destruction in the rivers by building measures and their impacts on biodiversity on the example of migratory species: Habitat destruction and impacts on biodiversity in rivers through building projects using the example of migratory species: For use as waterways and to generate energy, rivers are fundamentally changed through damming, deepening and the creation of embankments. Above the dams the flow rate is strongly reduced and sedimentation processes increase. The riverbed is silted or sanded and thereby greatly changed. Fish lose their spawning grounds. Characteristic properties of the stream such as fluctuations in the water level and transport and exchange processes are lost. The environmental consequences are far-reaching. Fish and other aquatic organisms are prevented from performing their natural migrations. Fish accumulating in front of the dams are fished heavily. Large quantities of fish are destroyed daily through power station turbines. Pollution and contamination are added to this. The combination of all these factors has negative consequences particularly for migratory species such as sturgeon, salmon, sea trout and shad. In many European rivers they are either extinct or have been reduced to a remnant population.