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Biodiversität. Kap. 3.2

Die Fischfauna Deutschlands im »Homogenozän«: Wie invasive Fische vom Wegfall geographischer Barrieren und dem Klimawandel profitieren

Jonas Jourdan & Martin Plath

Kurzfassung:: Wie invasive Fische vom Wegfall geographischer Barrieren und dem Klimawandel profitieren: Lebensgemeinschaften in aquatischen Ökosystemen haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert, da neu eingeschleppte Fischarten einheimische Arten verdrängen. Hierfür ist meist der Mensch verantwortlich: durch globalen Handel und den Bau eines weitreichenden Wasserstraßennetzes wurden biogeographisch getrennte Regionen künstlich miteinander verbunden, wodurch einige Arten in neue Regionen einwandern konnten. Im Zuge des Klimawandels werden sich die Verbreitungsareale vieler einheimischer und gebietsfremder Fischarten weiter verschieben. Eingeschleppte Arten zeichnen sich oft durch eine höhere Toleranz gegenüber sich verändernden Umweltbedingungen aus als einheimische, weshalb sie sich zukünftig weiter ausbreiten und an Bedeutung gewinnen dürften.

German ichthyofauna in the age of the »Homogenocene«: how invasive fishes benefit from the elimination of geographic barriers and climate change: Recent decades have seen a marked change in the composition of ecological communities in aquatic ecosystems, whereby introduced species increasingly displace indigenous fishes. In most cases, these changes can be ascribed to human activities: global trade, especially along artificial waterways, has connected previously separated biogeographic regions, allowing certain species to expand their original distribution ranges. Native and invasive species will likely change their current distribution ranges further as a consequence of the prognosticated climate change. Invasive species often show broad tolerances to altered environmental conditions, promoting their further spread and leading to an increased importance in aquatic ecosystems.