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Biodiversität. Kap. 4.13

Klimawandel und polare Vögel

Hans-Ulrich Peter

Kurzfassung: Die Arktis weist eine höhere Arten-Diversität der Avifauna als die Antarktis auf. Die rauen winterlichen Bedingungen zwingen die meisten arktischen Brutvögel und auf dem Kontinent Antarktika alle Arten außer dem Kaiserpinguin zum saisonalen Abwandern in klimatisch günstigere Bereiche. Der Klimawandel beeinflusst die Vogelpopulationen in Nord und Süd manchmal auf verschiedene Art und Weise. Das Schmelzen des Meereises hat entweder direkte Auswirkungen (Bruthabitatverlust beim Kaiserpinguin), indirekt aber komplexe Auswirkungen auf das Nahrungsnetz. Zusätzlich gibt es beim Adeliepinguin, aber auch bei arktischen Seevögeln Ausfälle durch Neuschnee, Regen und Sturm in der Brutzeit, die zum Gelege- oder Jungenverlust führen können. Sowohl in der Antarktis als auch stärker in der Arktis kommt es zur Einwanderung von Arten aufgrund neuer günstiger abiotischer und biotischer Bedingungen.

Climate change and the polar birds: The Arctic is characterized by a higher diversity of the avifauna than the Antarctic. The harsh winter conditions force most Arctic breeding birds and all Antarctic species except of the emperor penguin to migrate to areas that are more favourable. The climate change influences bird populations in the North and South partly in a different way. The decreasing sea-ice has either direct consequences (loss of breeding habitat of emperor penguins) or affects the complex foodweb. Additionally, decreases in Adélie penguins but also in Arctic seabirds are caused by snowfall, rain and storm during breeding season leading to the loss of the clutches or offsprings. Due to new favourable biotic and abiotic conditions the immigration of new species is observed both in the Antarctic and in the Arctic.