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Biodiversität. Kap. 4.5

Biodiversität mariner Makroalgen in arktischen Gewässern

Inka Bartsch

Kurzfassung: Marine Makroalgen sind wichtige Primärproduzenten und Habitatbildner entlang arktischer Hartbodenküsten. Der Bestand pan-arktischer Makroalgenarten ist mit ca. 160 Arten relativ klein und es gibt nur 19 arktisch endemische Arten. Wenige Zeitserien dokumentieren die auf Grund der Klimaerwärmung erwartete Veränderung der Biodiversität im Feld. Das Inselarchipel Svalbard ist in dieser Hinsicht am Besten untersucht. Diverse Standorte weisen mittlerweile eine erhöhte Algen-Biodiversität im Gezeitenbereich und Flachwasser auf, die Biomasse der Makroalgen im Flachwasser nimmt an manchen Standorten deutlich zu und gleichzeitig verringern sich partiell die Algentiefengrenzen. Diese Veränderungen sind Folge der Erwärmung, die zu einer Verringerung des Küstenmeereises im Winter und einer Erhöhung des Schmelzwasserabflusses im Sommer führen. Die erwartete Verschiebung der geografischen Verbreitung einzelner Arten bzw. Einwanderung südlicher Arten in die Arktis sind jedoch noch nicht zweifelsfrei beobachtet worden.

Biodiversity of marine macroalgae in Arctic waters: Marine macroalgae are important primary producers and habitat engineers along Arctic and sub-Arctic coastal rocky shorelines. The species inventory of approx. 160 macroalgal species is relatively small and there are only 19 Arctic endemic species. Few time series document the change of biodiversity in situ that is expected as a consequence of global warming. The island archipelago Svalbard has been the most extensively investigated. Several locations show an increased algal biodiversity at intertidal or shallow subtidal sites. The biomass of macroalgae increases considerably at some shallow water sites and in parallel the algal depth extension decrease. These changes are considered a consequence of warming inducing a sea-ice retreat in winter and meltwater increase in summer. The expected changes in the geographical distribution of species or the immigration of southern species have not yet been unequivocally documented.