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Der Klimawandel und die Gefahren für die arktische Bevölkerung

Der Klimawandel und die Gefahren für die arktische Bevölkerung

Rechtes Bild: Sami-reindeer-gathering-in-lapland-finland. Photo: © JDEstevao – Stockphoto

Linkes Bild: Herd of reindeers. Photo: © Nadezhda Bolotina – Fotolia

Die Landgebiete von Asien, Europa und Nordamerika ermöglichen vor allem in den südlichen Bereichen der Arktis eine menschliche Besiedlung. Zurzeit leben dort rund 4 Mio. Menschen, wovon ca. 50% im russischen Teil ansässig sind. Gegenüber Umweltveränderungen hat sich in der Vergangenheit die Urbevölkerung der polaren Regionen aufgrund ihrer angepassten Lebensweise meist als belastbar und flexibel erwiesen. Sie tragen nichts zum globalen CO2-Ausstoss bei; dennoch wird der gegenwärtige Klimawandel ihre beiden wichtigsten Wirtschaftszweige, die Rentierhaltung und den Fang von Meeressäugern, nachhaltig beeinflussen. Insbesondere werden das schnelle und tiefe Auftauen des Dauerfrostbodens im Binnenland eine große Rolle spielen und die Mobilität der Bevölkerung und die Weidemöglichkeiten der Rentierherden einschränken. An den Küsten wird die Verringerung der Eisdecke und die Verkürzung der Vereisungsdauer die traditionellen saisonalen Fangmöglichkeiten stark einschränken. Hinzu kommen Veränderungen in der Tierwelt durch allmähliche, nicht vorhersehbare Abwanderungen bestimmter Tierarten oder Veränderungen ihrer Wanderwege als Reaktion auf einen Anstieg der Meerestemperatur. In den letzten Jahrhunderten sind die einzigartigen Kulturen der Polarvölker durch Missionierung, Alkoholmissbrauch und eingeschleppte Krankheiten nicht nur grundlegend verändert, sondern z.T. auch vernichtet worden. Es wäre bedauerlich, wenn dieses Zerstörungswerk indirekt durch den von den Industriestaaten initiierten Klimawandel fortgesetzt würde.