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Eis der Erde – Buch Kap.6.1

Bedeutung des Eises als Archiv für Klima- und Umweltveränderungen der Vergangenheit

Hans Oerter, Sepp Kipfstuhl & José L. Lozán (Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven)

Kurzfassung: Für die Rekonstruktion der Klimageschichte spielen Eisbohrkerne aus den Polarregionen und den Hochgebirgsgletschern eine herausragende Rolle unter den Klimaarchiven auf unserer Erde. Nur im Eis ist alte atmosphärische Luft, mit Einschlüssen von z.B. Kohlendioxid und Methan, in bestimmbarer zeitlicher Abfolge gespeichert. Tiefe Eiskerne aus der Ostantarktis dokumentieren bislang etwa die letzten 800.000 Jahre. Die letzte Kaltzeit und die vorletzte Zwischeneiszeit, also etwa die letzten 100.000-130.000 Jahre, werden mit Eisbohrkernen aus der Westantarktis und von Grönland erfasst, die letzten 100-2.000 Jahre sind auch in Eisbohrkernen aus Hochgebirgsgletschern und den arktischen Eiskappen enthalten. Die Entwicklung der Messtechnik zur Bestimmung von Gehalten an stabilen Wasserisotopen und chemischen Substanzen im Eis in den letzen zwei Jahrzehnten hat die zeitliche Auflösung der gewonnenen Information deutlich erhöht.
Importance of ice as an archive for climate and environmental changes of the past: Ice cores from the polar regions and high alpine glaciers play an important role for the reconstruction of the climate history on earth. Old atmospheric gases like carbon dioxide or methane have been stored only in the climate archive ice where their concentrations and ages can be determined. Until now deep ice cores from East Antarctica provide information about the past 800,000 years. The last ice age and the previous interglacial, approximately the past 100,000 to 130,000 years, are included in ice cores from West Antarctica and Greenland. In addition, ice cores from high alpine areas and arctic ice caps provide information about the past 100 to 2,000 years. During the past two decades technical improvements to measure the content of stable isotopes in the water molecule and trace elements included in ice enabled us to get a much higher time resolution than it was possible in earlier investigations.