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Eis der Erde – Buch Kap.2.3

Der Beginn des gegenwärtigen Eiszeitalters

Margot Böse (Freie Universität Berlin)

Kurzfassung: Die Klimaentwicklung hin zum Eiszeitalter, dem Quartär, setzte bereits im vorangegangenen Erdzeitalter, dem Neogen, ein. Gesteuert wurde die langfristige Klimaverschlechterung einerseits durch Faktoren auf der Erde wie das Driften der Antarktis in die Lage am Südpol, Gebirgsbildungen in Europa, Asien und entlang der Westseite beider Amerikas sowie die Schließung des Isthmus von Panama. Diese Prozesse hatten auch Veränderungen in den Strömungen der Atmosphäre und der Meere zur Folge. Außerdem entwickelte sich eine zyklische Variabilität der Erdumlaufbahn und damit der Sonneneinstrahlung zunächst in einem 40.000-Jahre und dann einem 100.000-Jahre-Rhythmus. Durch die stärkere Verwitterung und die Entwicklung neuer Pflanzen, den sogenannten C4- Pflanzen, wurde in der Atmosphäre ferner das Treibhausgas CO2 reduziert. Die Antarktis sowie Südamerika und Nordwest-Kanada weisen Spuren früher Vergletscherungen auf. Die mittel- und jungquartären Entwicklungen des Skandinavischen Inlandeises und des Nordamerikanischen Inlandeises sowie der Hochgebirgsvergletscherungen waren namengebend für die Vereisungen, deren Sedimente und Reliefformen auch heute noch landschaftsprägend sind.
The beginning of the current ice age: The development of Earth’s climate towards the ice age, i.e. the the Quaternary, started during the preceding geological period (Neogene,). Processes like the drift of Antarctica into the position at the South Pole, orogeny in Europe, Asia and along the west side of both Americas as well as the closing of the Isthmus of Panama were steering factors of the long-term climate deterioration, and also induced changes in atmospheric and marine currents. Furthermore, a cyclic variability of the orbital parameters an therewith the solar forcing developed, with an initial rhythm of 40,000 and later of 100,000 year intensified weathering and the development of new plants such as the so-called C4-plants caused a reduction of the greenhouse gas CO2 in the atmosphere. In Antarctica, South America, and Northwest Canada evidence of early glaciations exists. Glaciations were named after the development of the middle and late Pleistocene Scandinavian and North-American inland ice sheets as well as the high mountain glaciations, whose sediments and landscape reliefs are still formative elements today.