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Starkes El Niño-Ereignis 2015

Stand: 14.Mai, 2015

Die Experten der National Oceanic and Atmospharic Administration (NOAA) sagen: Mit einer 90%igen Wahrscheinlichkeit wird sich das aktuelle El Niño-Ereignis bis Ende Sommer (Sept) fortsetzen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es bis Ende 2015 weiter geht, beträgt >80%. Dies ist eine ziemlich sichere Prognose. Die Begründung dafür ist: es ist warm und es wird wärmer! Die Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik bleiben erheblich über dem April-Durchschnitt. Außerdem enthalten die oberen 300 Meter des Oberflächenwassers eine große Menge Wärme, dass die überdurchschnittlichen Meeresoberflächentemperaturen zumindest in den nächsten Monaten anhalten werden. Die Erwärmung im äquatorialen Pazifik wurde zuerst im Februar beobachtet und verstärkte sich im März und April.

Abb. Oben: Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik. Unten: Abweichung (Anomalie) vom Mittelwert 1981-2010 während der 2. Woche Juni-2015. Aus: http://www.climate.gov/news-features/blogs/enso/may-2015-enso-forecast-will-el-ni%C3%B1o-be-overachiever-or-peaked-high-school

Abb. Oben: Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik. Unten: Abweichung (Anomalie) vom Mittelwert 1981-2010 während der 2. Woche Juni-2015. Aus: http://www.climate.gov/news-features/blogs/enso/may-2015-enso-forecast-will-el-ni%C3%B1o-be-overachiever-or-peaked-high-school

 

Keine Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Ozean hat einen so großen weltweiten Einfluss auf die globalen Witterungsabläufe wie das pazifische El-Niño- bzw. La-Niña-Phänomen. Daher werden die Druckverteilung, die Oberflächentemperatur (SST) und die Oberflächenwinde in den El Niño-Regionen im tropischen Pazifik ständig beobachtet.

Abb.: El Niño-Regionen. El-Niño-1 ist definiert durch das Gebiet 80º-90ºW und 5º-10ºS, El-Niño-2 durch 80º-90ºW und 0º-5ºS, El-Niño-3 durch 90º-150ºW und 5ºN-5ºS, El-Niño-4 durch 150ºW-160ºE und 5ºN-5ºS, EL-Niño 3.4 durch 120°-170ºW und 5ºN-5ºS sowie El-Niño-3.5 durch 120°W-180°E und 5°N-5°S (Graphik aus Bendix & Bindix 2013) (link).

Abb.: El Niño-Regionen. El-Niño-1 ist definiert durch das Gebiet 80º-90ºW und 5º-10ºS, El-Niño-2 durch 80º-90ºW und 0º-5ºS, El-Niño-3 durch 90º-150ºW und 5ºN-5ºS, El-Niño-4 durch 150ºW-160ºE und 5ºN-5ºS, EL-Niño 3.4 durch 120°-170ºW und 5ºN-5ºS sowie El-Niño-3.5 durch 120°W-180°E und 5°N-5°S (Graphik aus Bendix & Bindix 2013) (link).

 

Ein Index wird definiert, wenn 5 Monate ununterbrochen innerhalb der El-Niño-Region-3.4 eine Abweichung (Anomalie) von mehr als 0,5°C vom langfristigen Mittelwert der letzten drei Jahrzehnten beobachtet wird. Wenn die Anomalie liegt bei 0,5-1,0°C liegt, spricht man von einem schwachen, bei 1,0-1,5°C von einem mittleren und bei über 1,5°C von einem starken Ereignis. Bei einer positiven Anomalie handelt es sich um ein El-Niño- (warm) und bei negativen Anomalie um ein La-Niña-Ereignis (kalt).

Um eine Glättung des Verlaufs zu erreichen, wird ein dreimonatiger Gleitmittelwert der SST-Werte gebildet. Aufgrund der Erwärmung der Weltmeere wird als Referenz der Mittelwert aus den Temperaturwerten der davor liegenden drei Jahrzehnte verwendet.

Nach der neuen Berechnung waren seit 1970 die drei stärksten El-Niño-Ereignisse: Okt-1972 bis Feb-1973 mit Anomalien bis 2.0°C, Mai-1982 bis Juli-1983 mit Anomalien bis 2.1°C und Juni-1997 bis Juni-1998 mit Anomalien bis 2.3°C.

Die untere Abbildung zeigt den weltweiten Einfluss eines starken El-Niño-Ereignisses. Diese durch El-Niño-induzierten globalen Telekonnektionen treten mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auf. Besonders erwähnenswert sind die aussergewöhnlichen Trockenperioden in Australien und Südost-Asien, die häufig mit Waldbränden verbunden sind.

 

Abb. Mit El Niño verbundene Telekonnektionen, verändert nach Ropelewski & Halpert (1987) und Ropelewski (1999). Weitere Information unter Bendix & Bendix 2013 (link).

Abb. Mit El Niño verbundene Telekonnektionen, verändert nach Ropelewski & Halpert (1987) und Ropelewski (1999).
Weitere Information unter Bendix & Bendix 2013 (link).