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– Ex-Hurrikan Ophelia an der EU-Küste

“Ophelia“ erreichte am 16.10.17 Irland

Zum zweiten Mal ein Ex-Hurrikan an der europäischen Küste

“Ophelia“ traf Irland mit Böen bis zu 150 km/h und forderte drei Todesopfer. Hunderttausende waren ohne Stromversorgung. Schulen blieben geschlossen und Flüge fielen aus. Das Leben wurde in Irland lahmgelegt. Danach zog der Sturm abgeschwächt in Richtung Schottland weiter. Der Hurrikan Ophelia entstand am 9.10.2017 im Ostatlantik nördlich von 30° N. Wenige Stunden nach seiner Entstehung wurde er vom National Hurrican Center (NHC) in Florida zum tropischen Sturm „Ophelia“ erklärt. Aufgrund niedriger Windscherung verstärkte er sich weiter und wurde am 11. Oktober zu einem Hurrikan hochgestuft. Am 12.10. wurde „Ophelia“ als Hurrikan der Kategorie 2 und am 14.10. überraschend sogar der Kategorie 3 klassifiziert. “Ophelia“ war bereits der zehnte Hurrikan, der sich in diesem Jahr über dem Atlantik  gebildet hat und der 6. schwere Hurrikan (Kategorie 3 und höher; s. Hurrikansaison 2017). In der Nacht zum 16.10. schwächte sich „Ophelia“ bei seiner Annäherung an Irland stark ab und verlor sein Auge sowie seine tropischen Eigenschaften. Trotzdem verursachte er  mit Sturmstärken große Schäden in Irland und war der stärkste an der europäischen Küste je gemessene Ex-Hurrikan. Bei Edinburgh und im Norden Englands kam es am 17.Okt. zu Beeinträchtigungen  im Zugverkehr.

Der andere, für Europa bedeutsame und aus dem Hurrikan „Vince“ entstandene Sturm. erreichte im Jahr 2005 als der 1. Ex-Hurrikan seit über 150 Jahren die europäische Küste. Er entstand am 9.10.2005 östlich der Insel Madeira und wurde nach seiner maximalen Entfaltung als Hurrikan der Kategorie 1 eingestuft. Er war damals der am weitesten nordöstlich im Atlantik jemals festgestellte tropische Wirbelsturm.

Gemeinsam ist „Ophelia“ und „Vince“, dass sie im Ostatlantik nördlich des 30. Breitengrads entstanden sind. Dies ist außergewöhnlich, da die tropischen Wirbelstürme im Nordatlantik in der Regel zwischen 20° und 25° N entstehen und danach durch die Passatwinde in Richtung Amerika transportiert werden.

„Vince“ erreichte das europäische Festland (bei Huelva in Spanien) am 11. Oktober 2005 abgeschwächt mit einer Stärke eines Sturmtiefs (Windgeschwindigkeit von etwa 77 km/h). Er sorgte an den Küsten Portugals und Spaniens für stärkere Regenfälle, ohne große Schäden zu verursachen.

(Autor: J.Lozán 18.10.17)