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Warnsignal Klima: GESUNDHEITSRISIKEN – GEFAHREN FÜR PFLANZEN, TIERE & MENSCHEN

Kap.2 Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische und terrestrische Ökosysteme

2.8  Klimawandel und Verschiebung der Vegetationszonen

Dieter Gerten, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V.


 

Zusammenfassung: Klimawandel und Verschiebung der Vegetationszonen – Simulationen mit dem Biosphärenmodell LPJ zeigen bis zum Ende dieses Jahrhunderts großräumige Veränderungen der Zusammensetzung und räumlichen Verteilung der Landvegetation als Folge des Klimawandel (Modell ECHAM5, Emissionsszenario SRES B1). Während sich gemäß der Simulation die Vegetation der Tundra und die Baumgrenze polwärts verlagern, könnten weiter südlich, im inneren Asien, die vorherrschenden borealen Nadelwälder durch Laubwälder oder gar Grasländer ersetzt werden. Auch für einige subtropische Gegenden wird ein Rückgang von Waldbeständen simuliert, während das Wachstum der Vegetation in Trockengebieten vom direkten CO2-Effekt profitiert. Einen großräumigen Zusammenbruch immerfeuchter tropischer Regenwälder zeigen die Simulationen indes nicht. Diese makroskopischen Veränderungen (hier nicht gesondert bilanzierte) implizieren verschiedenste Änderungen auf Artenebene. Ferner beeinflussen anthropogene Landnutzungsänderungen die Ökosystemeigenschaften in ähnlichem oder gar stärkerem Ausmaß als die Klimaänderungen.

Summary: Climate change and shifts in global vegetation distribution – Major shifts in future global vegetation distribution are simulated by the LPJ ecosphere model forced by the ECHAM5 climate scenario under the SRES B1 emission scenario. While arctic tundra and the boreal tree line will migrate polewards, the southern belt of the boreal conifer forests may see replacements by deciduous forest or grassland. Woody vegetation is simulated to decline in some subtropical regions, while at the same time dryland vegetation appears to benefit from increased water use efficiency due to direct effects of elevated CO2. No dramatic changes are found for the humid tropics. These macroscopic shifts imply distinct changes at the species level. As human land cover and land use change influences vegetation distribution to a degree at least as strong as does climate change, humanity faces the need to mitigate the joint impacts of these dual pressures on the world’s ecosystems in order to secure planetary health.

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