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Warnsignal Klima: GESUNDHEITSRISIKEN – GEFAHREN FÜR PFLANZEN, TIERE & MENSCHEN

Kap.3 Aktuelle und potenzielle Gefahren für die Gesundheit

3.1 Direkt durch das geänderte Klima

3.1.10  Gefährdung durch verstärkte UV-Einstrahlung
3.1.10  Hazards by Enhanced UV-Iradiation

Rüdiger Greinert, Eckhard Breitbart & Beate Volkmer, Dermatologisches Zentrum, Buxtehude


 

Zusammenfassung:Gefährdung durch verstärkte UV-Einstrahlung – Während UV-C-Strahlung vollständig von einer intakten Ozon-Schicht absorbiert wird, erreichen Anteile von UV-B- Strahlung und die gesamte UV-A-Strahlung der Sonne die Erdoberfläche. In Haut kann UV-Strahlung akute Effekte wie Bräunung, Haut-Verdickung oder Rötung hervorrufen, aber auch chronische Effekte, wie die Hautalterung. Im schlimmsten Fall kann UV-Strahlung zu Hautkrebs führen, der weltweit häufigsten Krebserkrankung in der weißen Bevölkerung. Wie auf der ganzen Welt, nimmt auch die Hautkrebs-Inzidenz (malignes Melanom, MM, Basalzellkarzinom, BCC und Plattenepithelkarzinom, SCC) auch in Deutschland kontinuierlich zu. Dies hat seinen Grund, hauptsächlich, in einem geänderten Sozialverhalten, welches zu erhöhter UV-Exposition führt. Allerdings kann auch eine weitere Ausdünnung der Ozonschicht, welche zu erhöhter UV-B-Einstrahlung bewirkt, für die Hautkrebsinzidenz in der Zukunft eine Rolle spielen. UV-Strahlung induziert DNA-Schäden, die von der Zelle effektiv repariert werden können. Darüber hinaus werden schwer geschädigte Zellen aus dem Körper durch programmierten Zelltod (Apoptose) entfernt. Im Falle von Fehlreparaturen kann es aber zur Bildung von Mutationen kommen, welche charakteristisch für UV-Schäden sind („UV-signature mutations”). Es gibt zunehmende Evidenz, dass das Auftreten solcher Mutationen in epidermalen Stammzellen der Haut als frühes Ereignis im mehrstufigen Prozess der Hautkrebsentstehung angesehen werden kann, wobei Tumor-Suppressorgene und Onkogene beteiligt sind. Andere Prozesse, wie z.B. die Fehlregulation der epigenetischen Kontrolle zellulärer Funktionen und die UV-bedingte Immunsuppression stellen ebenfalls wichtige Faktoren für die Induktion und Progression von Hautkrebs dar. Aufklärungskampagnen und ausgewogene Informierung der Bevölkerung, welche einen verantwortlichen Umgang mit solarer aber auch künstlicher (Solarien) UV-Strahlung vermitteln und/oder die Früherkennung von Hautkrebs zeigen sich als nützliche Maßnahmen, die das Hautkrebs-Risiko sowie die Erkrankung und Sterblichkeit an Hautkrebs reduzieren können.Trotzdem ist es immer noch wichtig, ökologische Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht zu ergreifen, um eine weitere Zunahme von UV-B-Strahlung an der Erdoberfläche zu verhindern.

Summary: Hazards by Enhanced UV-Iradiation – While UV-C is totally absorbed by the ozone layer, a part of the solar UV-B and total UV-A reach the Earth’s surface. In the skin UV irradiation induces a variety of acute effects like tanning, thickening of the skin or reddening and chronic effects like skin ageing. In the worst case UV-irradiation induces skin cancer, the most frequent cancer in the white population worldwide. Following the world-wide trend the incidence of skin cancer (malignant melanoma MM, basal cell carcinoma (BCC) and squamous cell carcinoma (SCC)) is continuously increasing in Germany due to a changed social behavior resulting in an enhanced UV-exposure. Nevertheless, thinning of the ozone layer, leading to enhanced UV-B irradiation on the Earth, may still play a role for the skin cancer incidence in future. UV-radiation can induce DNA damage that is repaired very effectively by the skin cells. Furthermore heavily damaged cells will be removed from the body by means of programmed cell death (apoptosis). However, in the case of misrepair mutations can occur that are characteristic for UV-damage (UV-signature mutations). There is increasing evidence that the occurrence of these mutations in epidermal stem cells of human skin characterizes an early step in the multi-step process of skin cancer development, involving tumor suppressor- or proto-oncogenes. Other effects like e.g. deregulation of epigenetic control of cellular functions as well as immunosuppression by UV-radiation also play important roles in the induction and progression of skin cancer. Educational campaigns and balanced information of the public, teaching a reasonable behavior concerning solar UV- or artificial (sunbed) radiation and/or early detection of skin cancer are useful tools to decrease the skin cancer risk as well as morbidity and mortality of skin cancer in the population. However, it is also important to take ecological measures for the protection of the ozone layer to prevent a further enhancement of UV-B irradiation at ground-level.

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