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Warnsignal Klima: GESUNDHEITSRISIKEN – GEFAHREN FÜR PFLANZEN, TIERE & MENSCHEN

Kap.3 Aktuelle und potenzielle Gefahren für die Gesundheit

3.2 Indirekt durch Krankheitsüberträger (VEKTOREN)

3.2.12  Zur Biologie und Ökologie von Zecken und ihre Ausbreitung nach Norden

Olaf Kahl & Hans Dautel, Berlin


 

Zusammenfassung: Zur Biologie und Ökologie von Zecken und ihrer Ausbreitung nach Norden – Zecken sind in den oft ausgedehnten Phasen zwischen den Blutmahlzeiten nicht selten mit ungünstigen Wetterbedingungen konfrontiert. Besondere Herausforderungen sind Trockenheit, vor allem im Verbund mit hohen Temperaturen, und anhaltend starker Frost. Auch wenn Zecken in ihren freilebenden Phasen in der Regel mikroklimatisch geschützte Orte aufsuchen (z.B. Laubstreu, Nester), stellt das Makroklima einen wichtigen limitierenden Faktor dar, was die geografische Verbreitung der verschiedenen Zeckenarten angeht. Die zu erwartende Klimaerwärmung dürfte diversen Zeckenarten eine weitere Ausbreitung nach Norden und auch in größere Höhen ermöglichen. Zudem könnte sich ihr saisonales Aktivitätsmuster ändern, was vor allem bei jenen Arten epidemiologisch bedeutsam wäre, die Pathogene auf Mensch und Tier übertragen.

Summary:Biology and ecology of ticks and shift of their distribution to the north – Ticks are used to be confronted with harsh macroclimatic conditions in their often extended non-parasitic phases between blood meals, long phases with deep sub-zero temperatures but also low relative humidities especially when combined with high temperature are critical challenges for tick physiology. Although ticks cope with these environmental extremes by seeking sheltered places (leaf litter, nests) usually with a moderated microclimate, macroclimate is a principal constraint limiting tick distribution. This can be effective directly or indirectly via host availability or via changes of vegetation. Climate warming may promote the encroachment of ticks to the north and to higher altitudes, and it may also cause regional changes in seasonal activity patterns of ticks which is epidemiologically relevant in those species transmitting pathogens.

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