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Warnsignal Klima: GESUNDHEITSRISIKEN – GEFAHREN FÜR PFLANZEN, TIERE & MENSCHEN

Kap.3 Aktuelle und potenzielle Gefahren für die Gesundheit

3.2 Indirekt durch Krankheitsüberträger (VEKTOREN)

3.2.2  Wird die Malaria wieder eine Gefahr für Europa?

Helge Kampen, Friedrich-Loeffler-Institut Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Insel Riems


 

Zusammenfassung: Wird die Malaria wieder eine Gefahr für Europa? Anopheles-Arten, die die früheren Überträger von Malariaerregern repräsentieren, sind nach wie vor weit verbreitet in Europa. Ihr Vorkommen wird im Wesentlichen durch die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Verfügbarkeit von Blutwirten und geeigneten Brutplätzen bestimmt. Mit der Klimaerwärmung, die die Entwicklung der Malariaparasiten in den Mücken beschleunigen könnte, steigt die Furcht, dass es zu neuen Fällen autochthoner Malaria oder sogar zu Malariaepidemien kommen könnte, wenn sich einheimische potenzielle Vektoren während der Blutaufnahme an Parasiten-tragenden Reiserückkehrern infizieren würden. In nördlicheren Regionen Europas wird außerdem befürchtet, dass effizientere Überträger aus dem Süden einwandern könnten. Unter den aktuellen Bedingungen der medizinischen Versorgung und des Gesundheitssystems ist jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Neuetablierung endemischer Malaria minimal. Im Gegensatz dazu muss mit steigenden Temperaturen und angesichts des weiter zunehmenden Massentourismus in endemische Länder mit einem Anstieg individueller autochthoner Malariafälle gerechnet werden, da Infektionsquellen für einheimische Anopheles-Mücken stetig nach Europa gebracht werden.

Summary: Will malaria become a threat to Europe again? Anopheles mosquito species representing former malaria vectors are still widely distributed across much of Europe, their occurrence being mainly determined by temperature, humidity and availability of blood hosts and suitable breeding sites. As the climate becomes warmer and might accelerate the development of malaria parasites in the mosquitoes, fear is rising that the indigenous potential vectors may produce new cases of autochthonous malaria or even malaria epidemics after feeding on the blood of travellers infected with the parasites. In more northern regions of Europe there is additional concern that more efficient malaria vectors will invade from the south. However, given the present medical care and public health system, the probability of epidemic malaria becoming re-established in Europe is minimal. In contrast, an increase in numbers of individual autochthonous malaria cases must be assumed under a scenario of rising temperatures considering the ever-growing mass tourism to and from endemic countries resulting in the introduction into Europe of infection sources for indigenous Anopheles mosquitoes.

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