(bis heute stehen 450 klimarelevante wissenschaftliche Artikel zur Verfügung)

Warnsignal Klima: POLARREGIONEN

Kap.3 Flora, Fauna und Ökosysteme

3.4  Einfluss von Fischerei und Klima auf die Bestände des antarktischen Krill

Volker Siegel (Institut für Seefischerei, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Hamburg)


 

Zusammenfassung: Einfluss von Fischerei und Klima auf die Bestände des antarktischen Krill – Der Antarktische Krill Euphausia superba ist die Schlüsselart im Antarktischen Nahrungsnetz. Seit 1973 wird der Krill kommerziell befischt. Anhand von wissenschaftlichen Daten aus Biomasse Surveys wurde für den Südatlantik eine Höchstfangmenge von 5.614 Millionen Tonnen festgelegt. Für den gesamten Indischen Ozean Sektor liegt die Höchstfangmenge bei 3 Millionen Tonnen. Obwohl die aktuellen Fangmengen bei nur etwas über 150 000 Tonnen liegen, wurde von CCAMLR (Konvention zum Schutze Antarktischer lebender Meeresressourcen) im Sinne des Vorsorgeansatzes ein vorläufiger Grenzwert von 620 000 t Höchstfangmenge eingeführt. Dieser Grenzwert darf von der Fischerei nicht überschritten werden, solange ein weitergehendes nachhaltiges Management nicht etabliert ist, welches die starke räumliche Überlappung zwischen der Fischerei und den natürlichen Krillkonsumenten durch Einführung kleinerer Managementeinheiten (SSMUs) berücksichtigt. Auch klimatische Effekte sollen stärker in einem adaptiven Management berücksichtigt werden, da eine erfolgreiche Fortpflanzung und Rekrutierung des Krills von der winterlichen Eisbedeckung abhängig sind. Langzeitdaten haben gezeigt, dass die Krillbiomasse seit den 1980er Jahren deutlich abgenommen hat. Der nachgewiesene Temperaturanstieg im Gebiet der Antarktischen Halbinsel wird zunehmend einen negativen Effekt auf die winterliche Eisbedeckung haben und sich somit auf die Entwicklung der Krillbestände und die vom Krill abhängigen Konsumenten auswirken.

Abstract: Effects of fishery and climate on the stocks of Antarctic krill – The Antarctic krill, Euphausia superba, is the key species of the Antarctic food web. Since 1973 krill is commercially exploited. Following scientific biomass surveys, a catch limit has been set at 5.61 million tonnes for the Atlantic sector of the Southern Ocean and approx. at 3 million tonnes for the entire Indian sector. Although the current catch level of around 150,000 tonnes is not thought to cause negative effects on the overall krill stock, CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) decided an interim precautionary measure that the krill catches in the Atlantic shall not exceed 620,000 tonnes, defined as a trigger level. The strong overlap in the distribution of fisheries and krill predator colonies requires different management regulations and a procedure to apportion the overall catch limit to smaller management units. The feedback management should also consider climate effects on krill stocks, since successful reproduction and recruitment was found to be dependent on winter sea-ice cover. Long-term data analysis has shown a substantial decline in krill biomass since the early 1980’s. The recorded temperature increase in the Antarctic Peninsula region will affect further decline of the winter sea-ice and subsequently affect the size of the krill stocks and dependent predator populations.

« zurück