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– Verfehlt Deutschland sein Klimaziel 2020 ?

Reduzierung um 40% der CO2-Emissionen – kaum noch erreichbar

Nach den heutigen Schätzungen lagen die deutschen Emissionen 2016 bei 906 Mio. t CO2. Im Zeitraum 1990-2016 ist eine Reduzierung von nur 27,6% registriert. Das beschlossene Ziel bis 2020 ist eine Minderung um 40%. Das entspricht einer Emission von 751 Mio. t CO2. Insgesamt sind die beschlossenen Maßnahmen wenig effizient; und die Reduktion der CO2-Emissionen hat eine deutliche Verlangsamung erfahren. 60% der bis jetzt erreichten Minderung wurden im Zeitraum 1990-2000 d.h. in den folgenden Jahren nach Schliessung der DDR-Industrie und nur 40% von 2001 bis 2016 erzielt. Im Jahr 2016 wurden sogar 4 Mio.t. CO2 mehr als 2015 emittiert. 1990 betrugen die Kohlendioxidemissionen in Deutschland 1.251 Mio. t.

Verantwortlich für die höheren Emissionen im Jahr 2016 war vor allem der Anstieg der Verkehrsemissionen von 5,4 Mio. t CO2 im Vergleich zu 2015. Es wurde viel mehr Diesel (+3,5%) und Benzin (+2%) getankt als im Jahr 2015. Der Straßengüterverkehr ist dabei um 2,8% gewachsen. Gleichzeitig erfuhr der umweltfreundlichere Schienengüterverkehr einen Rückgang bei den transportierten Tonnenkilometern um 0,5 Prozent. Auch der Luftverkehr verzeichnete Zuwächse bezüglich der Anzahl der Passagiere und der Fracht. Dies führte zu einem Anstieg der Verkehrsemissionen. Der Verkehrssektor wird mit 28,6 Mrd. EUR /Jahr subventioniert (Quelle UBA 2017). Vor allem das Dieselsteuerprivileg sollte nach und nach abgeschafft werden. Die Nicht-Einhaltung der 2020-Ziele wäre international eine Blamage für Deutschland.

Das Klimaziel Deutschlands, eine Reduzierung um 40% der CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 kann noch erreicht werden. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen empfiehlt den Kohleausstieg in drei Schritten. Der Sachverständigenrat ist unabhängig und berät die Bundesregierung. Im ersten Schritt sollen alle alten Braunkohlekraftwerke, die vor 1990 gebaut wurden, umgehend geschlossen werden. Ein bedeutender Anteil des gewonnenen Stroms in den Kohlenkraftwerken wird exportiert. Die restlichen Kohlekraftwerke sollen bis 2040 in zwei Schritten bei gleichzeitigem Ausbau der erneuerbaren Energien in Kombination mit Stromspeichern und Nachfrage-Management geschlossen werden. Um 1 kWh-Strom mit Braunkohle zu gewinnen, werden ca. 1153 g CO2 emittiert. Falls eine Kraft-Wärmekopplung z.B. zum Beheizen von Häusern installiert ist, sinken die CO2-Emissionen dabei auf 729 g CO2. Verwendet man Windkraft zur Gewinnung 1 kWh Strom, dann beträgt die CO2-Emission nur 23-24 g CO2.

Dr.J.Lozán – Okt.2017