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Der Klimawandel und die Meere: Ein Überblick

José L. Lozan, Hartmut Grassl & Karsten Reise

Die Meere bedecken 71% der Oberfläche unserer Erde. Mit einer mittleren Tiefe von etwa 3.800 m und einem Wasservolumen von rund 1.500 Mio. km³ bestimmen die Meere das Aussehen des Planeten ganz wesentlich. Er wird daher zu Recht der »Blaue Planet« genannt. Nur im Meer, unter dem Schutz des Wassers vor dem lebensgefährlichen Anteil der UV-Strahlung, konnte sich das Leben auf der Erde entwickeln. Vor über 2 Mrd. Jahren begannen photosynthetische Bakterien (Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen) Sauerstoff zu produzieren. Nach Anreicherung im Meerwasser diffundierte Sauerstoff in die Atmosphäre und durch Oxidation eines winzigen Teils davon bildete sich die stratosphärische Ozonschicht. Erst nach Ausbildung dieses Schutzschirmes gegen den gefährlichen Teil der UV-Strahlung konnte sich auch Leben auf den Kontinenten etablieren. Der Planet Erde ist einem ständigen Wandel unterworfen. Durch Bewegungen tektonischer Platten ändern Kontinente und Meere in Jahrmillionen ihre Position und Konturen. Von den Urmeeren sind nur wenige Überreste erhalten. Heute werden diese Bewegungen mm-genau gemessen. Im zentralen Atlantik nimmt z.B. der Abstand zum amerikanischen Kontinent ca. 25 mm/Jahr zu; im Ostpazifik beträgt die Spreizungsrate bis zu 150 mm/Jahr.
Mit Hilfe von über 7 Mio. gemessenen Temperaturprofilen haben Wissenschaftler den Wärmegehalt der Weltmeere zeitlich rekonstruiert. Dabei wurde ein Anstieg der gespeicherten Wärme um 15×1022 Joule von 1955 bis 1998 bzw. eine Wärmeaufnahme von ca. 0,2 Watt/m² festgestellt. Von 1993 bis 2003 betrug sie sogar 0,6 Watt/m². Das zeigt, dass die Erde zur Zeit infolge des anthropogenen Treibhauseffekts mehr Sonnenenergie … (hier klicken um den ganzen Artikel als pdf herunterzuladen)