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Warnsignal Klima: DIE MEERE / ÄNDERUNGEN & RISIKEN

Kap.1 Das Meer und seine Entwicklung

1.1  Entstehung der Meere: Vom Urmeer bis zur Neuzeit

Martin Meschede (Institut für Geographie und Geologie, Universität Greifswald)


 

Zusammenfassung: Der Ursprung der Ozeane – vom Urmeer zum modernen Ozean: Von den einstmals die Erde umspannenden großen Ozeanen der Urzeit ist heute nur noch sehr wenig überliefert. Aus geologischer Sicht sind Ozeane kurzlebige Erscheinungen, obwohl sie große Teile der Erdoberfläche bedecken. Die heutigen Ozeane sind ausnahmslos junge Bildungen mit maximalen Altern von 250 Mill. Jahren; darin sind auch Gebiete mit reliktisch erhaltener ozeanischer Kruste eingeschlossen. Alle anderen Ozeane sind komplett subduziert und können lediglich anhand von Überresten rekonstruiert werden, die sich heute auf den Kontinenten befinden. Der Vorläufer des Pazifischen Ozeans, der gegenwärtig der größte Ozean auf der Erde ist, war der Panthalassa Ozean. Reste seiner ozeanischen Kruste existieren nur in ein paar wenigen ophiolithischen Komplexen innerhalb junger Gebirgsstränge. Sedimentäre Ablagerungen aus diesem Ozean sind ebenfalls an einigen Stellen erhalten. Ähnlich ergeht es den Überresten des Tethys-Ozeans, die heute in den Gebirgssträngen der Alpen und des Himalayas erhalten sind. Ozeanische Sedimente enthalten Informationen über die Ozeane der Erdfrühzeit. So hatten enthielten die Ozeane im Archaikum vor etwa 2,5 Mrd. Jahren nur sehr wenig freien Sauerstoff. Das lässt sich anhand von sedimentär entstandenen gebänderten Eisenerzen zeigen, die sich unter den heutigen Bedingungen mit der Anwesenheit von freiem Sauerstoff nicht bilden könnten, da sie sofort oxidiert würden. Außerdem wird angenommen, dass Bakterien bei der Ausscheidung der Eisenminerale beteiligt waren. Es dauerte seit der Bildung der Eisenerze noch weitere 2 Mrd. Jahre bis sich das Leben aus den Ozeanen hinaus auf das Land erhob.

The origin of the oceans – From ancient seas to modern oceans: Only a few remnants remain of the ancient oceans that formed in the dawn of the Earth‘s evolution. From a geological point of view, oceans are short-lived features although they cover large portions of the Earth‘s surface. The present oceans are, without exception, young features with a maximum age of 250 mill. years; this includes areas with remnant oceanic crust. All older oceans are completely subducted and can be reconstructed only from remnants found on the continents. The predecessor of the Pacific Ocean, presently the largest ocean on Earth, was the Panthalassa Ocean. Remnants of its oceanic crust exist only as a few ophiolitic complexes within younger mountain ranges. Sediments of this ocean are also locally preserved. Similarly, relicts of the Tethys Ocean exist as ophiolites and sedimentary material in the present mountain ranges of the Alps and Himalayas. Oceanic sediments yield information about oceans from the dawn of the Earth‘s evolution that long ago faded away. For instance, the oceans of the Archean about 2.5 billion years ago had a very low content of free oxygen. This can be deduced from banded iron formations which under present free oxygen-bearing conditions could not be formed because they would be instantly oxidized. It is suggested that bacteria also influenced the precipitation of the iron minerals. It took another two billion years until the life spread from oceans onto the continents.

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