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Warnsignal Klima: DIE MEERE / ÄNDERUNGEN & RISIKEN

Kap.3 Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere
Biologisch

3.12  Methanhydrate: Erwärmung, Freisetzung und mikrobiologischer Abbau

Tina Treude (Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IfM-GEOMAR), Universität Kiel)


 

Zusammenfassung – Methanhydrate: Erwärmung, Auflösung und mikrobieller Abbau – Ob und wann sich Gashydrate aufgrund der globalen Erwärmung auflösen werden, ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Diskussionen. Methanhydrate stellen möglicherweise das größte Reservoir an fossilem Kohlenstoff dar und ihre Auflösung könnte den Treibhauseffekt weiter ankurbeln, da Methan ein noch wesentlich stärkeres Treibhausgas darstellt als Kohlendioxid. Hinweise aus der Vergangenheit lassen vermuten, dass es bereits zu früheren Wärmeperioden zur massiven Auflösung von Methanhydraten kam. Allerdings bleiben nach wie vor viele Fragen über die Ursachen und Zeitskalen dieser frühzeitlichen Ereignisse offen. Moderne Computermodelle sagen vorher, dass eine temperaturbedingte Auflösung von Gashydraten im Meeresboden wahrscheinlich nur sehr langsam vonstattengehen würde und nur flache Bereiche des Ozeans und der Permafrostgebiete auf dem arktischen Schelf betreffen würde. Methanfressende Mikroorganismen in der Wassersäule und im Meeresboden wären bei geringen Freisetzungsraten in der Lage einen großen Teil des aufsteigenden Methans abzubauen, bevor es in die Atmosphäre gelänge. Die wohl entscheidendste Aufgabe zukünftiger Forschung wird es daher sein herauszufinden, ob sich Methanhydrate tatsächlich nur träge auflösen werden, oder ob wir eventuell wichtige Rückkopplungseffekte übersehen haben, welche die Auflösung von Hydraten beschleunigen könnten.

Methane hydrates: warming, destabilization and microbial consumption: Destabilization of marine methane hydrates is part of the ongoing discussion about potential consequences of Global Warming. Methane hydrates represent the largest fossil carbon source on Earth and their destabilization could boost the Global Warming effect, because methane is an even more powerful greenhouse gas than carbon dioxide. Records from the past indicate that massive releases of methane from gas hydrates occurred during earlier warming events. However, many questions about the causes and tipping points of these former events remain still unanswered. Today‘s models suggest that temperature-triggered melting of submarine gas hydrates would be a rather sluggish process affecting mainly the shallower gas hydrate deposits on the upper continental slope and in Arctic permafrost shelves. Microbes in the sediment and in the water column might be able to prevent major parts of the methane to reach the atmosphere as long as release rates remain low. The crucial task of future research will be to find out if gas hydrate melting will actually happen in such a manner or if we are missing important feedback reactions and indirect effects that could speed up gas hydrate dissociation.

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