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Wetterextreme_Kap.1.2

1.2 Anthropogene Erwärmung und extreme Wetterereignisse

Joachim Curtius

Anthropogene Erwärmung und extreme Wetterereignisse: Der globale Klimawandel verursacht auch Veränderungen bei der Häufigkeit und Intensität von extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Extremtemperaturen, Dürreperioden, Extremniederschlägen und möglicherweise auch Stürmen. Die moderne Klimamodellierung erlaubt heute auch für extreme Wetterereignisse zu berechnen, ob deren Eintrittswahrscheinlichkeiten sich im Zuge der anthropogen verursachten Erwärmung verändern und in welchem Maße der Mensch die Risiken für extreme Wetterereignisse erhöht. Im Jahr 2016 wurden Wetterextreme beobachtet, die in einem nicht vom Menschen beeinflussten Klima gar nicht auftreten würden. Weiterhin erlauben regionale Klimamodelle heutzutage Prognosen, in welchem Ausmaß Veränderungen der Extremereignisse im Laufe des 21. Jahrhunderts zu erwarten sind. So könnten rund um den Persischen Golf bei ungebremsten Treibhausgas­emissionen zum Ende dieses Jahrhunderts Tageshöchsttemperaturen von 60 °C und maximale Feuchttemperaturen von 35°C überschritten werden – die Region würde damit in den Sommermonaten nahezu unbewohnbar.

Anthropogenic warming and extreme weather events: Global climate change is also causing shifts in the frequency and intensity of extreme weather events such as heat waves, extreme temperatures, droughts, hea­vy precipitation and potentially storms. Climate modelling today allows to calculate for specific extreme wea­ther events how their risk of occurrence is changing due to anthropogenic climate change. In 2016 wea­ther events were observed for which ensemble calculations showed that these would never have occurred within the natural variability. Furthermore, regional climate models allow projections in how far extreme events will change within this century due to climate change. Daily maximum temperatures Tmax could rise frequently above 60°C and maximum wet-bulb temperatures TWmax above 35 °C in the region around the Gulf of Persia. The region would therefore become close to uninhabitable during the summer months.