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Wetterextreme_Kap.4.3

4.3 Hochwasserrisiken und Klimawandel in Europa

Zbigniew W. Kundzewicz & Fred F. Hattermann

Hochwasserrisiken und Klimawandel in Europa: Die Folgen des Klimawandels für hydrologische Extreme gehören zu den in der Öffentlichkeit am meisten diskutierten Klimarisiken in Deutschland. Tatsächlich ist es aber schwierig, in beobachteten Zeitreihen schon robuste Trends zu entdecken, da extreme Hochwasser seltene Ereignisse und für eine robuste Abschätzung die Zeitreihen oft zu kurz sind. Mit fortschreitendem Anstieg der Temperatur projizieren modellgestützte Hochwasseranalysen aber einen Anstieg der Hochwasserschäden in Deutschland. Hydrologische Modelle können dabei genutzt werden, um die reinen Auswirkungen des Klimatrends auf die Hochwasserentstehung von anderen Einflussfaktoren, wie z.B. von Änderungen in der Landnutzung oder in der Wasserbewirtschaftung, zu trennen. So sind die höchsten beobachteten winterlichen Abflüsse in Deutschland im Zeitraum 1951-2002 in einigen großen Flüssen um ca. ein Drittel gestiegen, wobei eine Modellanalyse zeigt, dass dieser Trend größtenteils durch Klimatrends hervorgerufen wurde.

Flood risks and climate change in Europe: The consequences of climate change for hydrological extremes are among the most widely discussed climate risks in Germany. In fact, it is difficult to discover robust trends in observed time series, since extreme floods are rare events and for a robust estimation the time series are often too short. Model-based flood analyses, however, show that flood related losses increase in Germany with advancing rise in temperature. Hydrological models can be used to separate the pure effects of climate trends on flood generation from other influencing factors, such as changes in land use or water management. For example, the highest observed winter discharges in the period 1951-2002 in Germany have risen by approximately one-third in some large rivers, and a model analysis shows that this trend was largely caused by climate trends.