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Wetterextreme_Kap.5.1

5.1 Stürme über dem Nordatlantik und Nordeuropa

Frauke Feser & Birger Tinz

Stürme über dem Nordatlantik und Nordeuropa: Die Küsten Nordeuropas liegen im Bereich der vom Nordatlantik ostwärts ziehenden Tiefdruckgebiete und sind deshalb besonders anfällig für Stürme und die von ihnen verursachten Schäden. Diese betreffen sowohl die Küstenanwohner als auch ihren Besitz, ihre Häuser, die Forst- und Agrarwirtschaft sowie die Schifffahrt und die Offshore-Industrie. Extratropische Stürme über dem Nordatlantik können zudem zu extremen Wetterereignissen wie Sturmfluten, hohen Wellen und Überflutungen durch Starkniederschläge führen. Deshalb ist es wichtig, das vergangene Sturmklima zu untersuchen. Um zuverlässige Statistiken der Anzahl und Stärke der Stürme der Vergangenheit abzuleiten werden lange und homogene, kontinuierliche meteorologische Zeitreihen benötigt. Die Auswertung solcher Statistiken zeigt, dass in den letzten 50-60 Jahren die Sturmtätigkeit über dem Nordatlantik zugenommen hat. Betrachtet man allerdings längere Zeiträume von hundert und mehr Jahren wird deutlich, dass es sich dabei vor allem um dekadische Variabilität handelt und kein Langzeittrend erkennbar ist. Aus diesen Erkenntnissen, sowie aus Szenariorechnungen mit Klimamodellen, können Aussagen zu voraussichtlichen zukünftigen Sturmentwicklungen abgeleitet werden

Storms over the North Atlantic and Northern Europe: The coasts of Northern Europe are located in a region which is affected by the North Atlantic eastwards moving low pressure areas and they are therefore vulnerable to storms and according damages. These affect coastal residents and their property such as houses, forestry and agriculture, or shipping and offshore industry. In addition, extratropical storms over the North Atlantic may lead to extreme weather related events such as storm surges, high waves and flooding due to high precipitation amounts. It is therefore of great importance to analyze past storm climate. To derive reliable statistics of past storm frequency and intensity changes, long homogeneous and continuous meteorological time series are necessary. The analysis of these statistics shows an increase in storm activity over the North Atlantic during the past 50-60 years. But when longer periods of 100 and more years are examined, decadal variability predominates and no long-term trend can be detected. From these findings, and from scenario simulations with climate models, possible future storm developments can be derived.