(bis heute stehen 520 klimarelevante wissenschaftliche Artikel zur Verfügung)

Wetterextreme_Kap.5.4

5.4 Über die Entstehung von Medicanes

William Cabos & Dmitry Sein

Über die Entstehung von Medicanes: Medicanes, ein Kunstwort, das aus den Begriffen »mediterranean« (engl. für mittelmeerisch) und »Hurricane« zusammengesetzt ist, sind gelegentlich beobachtete mesoskalige Zyklonen (Durchmesser bis zu 300 km) mit einer tropenähnlichen Struktur, die sich sporadisch über dem Mittelmeer bilden und einige dynamische und strukturelle Ähnlichkeiten mit tropischen Wirbelstürmen aufweisen. Sie wurden im westlichen und zentralen Mittelmeerraum, aber kaum im Osten beobachtet, und die Analyse der Zyklon-Spuren identifiziert zwei bevorzugte Gebiete: die Balearen und das Ionische Meer. Diese Stürme entwickeln sich eingebettet in Zyklonen größeren Ausmaßes, die Kaltlufteinbrüche über dem Mittelmeer verursachen. In der Regel charakterisiert ein kalter Kern mit bemerkenswertem Potential zur Wirbelbildung in höheren Stockwerken. Allerdings erreichen diese Systeme nicht die Hurrikanstärke (33 m/s an Windgeschwindigkeit bei 10 m, gemittelt über 10 Minuten). Medicanes werden von einer Kombination aus starken Winden und starken Niederschlägen begleitet, die gelegentlich schwere Schäden in der Infrastruktur, der Landwirtschaft und den Kommunikations- und Verkehrsnetzen verursachen oder zu Überschwemmungen in den Küstengebieten des Mittelmeers führen, die ein Risiko für Menschenleben darstellen. Eine bessere Kenntnis dieser Stürme ist notwendig, um Verluste und starke Auswirkungen auf die sozialen Systeme im Mittelmeerraum zu verhindern und zu verringern. Klimaszenarien ergeben ein wärmeres Mittelmeer und nach der angenommenen Dynamik der Medicanes könnte eine höhere Meeresoberflächentemperatur zu stärkeren Medicanes oder tropischen Wirbelstürmen führen.

About the emergence of medicanes; Medicanes Medicanes, an artificial word composed of the terms »mediterranean« and »hurricane«, are occasionally observed mesoscale cyclones (diameter up to 300 km) with a tropical-like structure that form sporadically over the Mediterranean Sea and present some dynamical and structural similarities with the tropical storms. They have been observed in the western and central Mediterranean but scarcely in the east, and the analysis of the cyclone tracks identifies two preferred areas of occurrence: the Balearic Islands and the Ionian sea. These depressions develop embedded in mature larger scale cyclones that cause cold air intrusions over the Mediterranean. Usually, a cold core cut off low with remarkable potential vorticity characterizes the higher levels. Although these systems do not reached the hurricane strength (33 m/s of wind speed at 10 m averaged over 10 minutes). Medicanes are accompanied by a combination of intense winds and heavy precipitation, causing occasional severe damages in infrastructure, agriculture and communication and transport networks, or resulting in flooding of populated areas in the coastal lines of the Mediterranean Sea, posing a risk to human life. A better knowledge of these storms is needed in order to prevent and diminish casualties and strong impact of the systems on the Mediterranean societies. Climate change scenarios give a warmer Mediterranean Sea and according to assumed dynamics of Medicanes, a higher Sea surface temperature might derive to stronger medicanes or tropical cyclones.