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Wetterextreme_Kap.6.4

6.4 Vulkane und Klima

Birger-G. Lühr & Claudia Timmreck

Vulkane und Klima: Der Einfluss von Vulkaneruption auf Wetter und Klima ist schon seit Langem bekannt. Im Gegensatz zu Erdbeben und vielen anderen gefährlichen Naturereignissen, können stärkere Eruptionen zu globalen Auswirkungen führen. Insbesondere gilt dies für starke explosive Ereignisse, bei denen Eruptionsprodukte bis in die Stratosphäre transportiert werden. Bekannt sind Vulkaneruptionen bei denen deutlich mehr als 1.000 Kubikkilometer Eruption-Volumina involviert waren, über deren Auswirkungen auf Klima, Fauna und Flora jedoch wenig bekannt ist. Historisch belegt ist nur ein einziger Ausbruch mit globaler Wirkung, der explosive Ausbruch des Tambora 1815, beim dem das eruptierte Volumen mit ca. 100 km³ abgeschätzt wird. Dieser Ausbruch auf der Südhalbkugel führte 1816 auf der Nordhalbkugel zum sogenannten »Jahr ohne Sommer«. Noch vor wenigen Jahrzehnten nahm man an, dass feinst fragmentierte Laven, Aschenpartikel, Einfluss auf die einfallende Sonneneinstrahlung nehmen. Erst in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts fand man heraus, dass nicht die Aschen sondern das freigesetzte Schwefeldioxid im Wesentlichen Wetter und Klima beeinflusst, da es sich mit Wasserdampf zu feinsten Schwefelsäure-Tröpfchen verbindet, die in die Stratosphäre verbracht zu einem Nebel führen, der die Albedo der Erde verändert. Leider ist unser Wissen um die Entstehung sogenannter Mega- oder Supereruptionen noch sehr gering. Da sich jedoch die Antriebskräfte für die geodynamischen Prozesse über Jahrmillionen nicht verändert haben und auch zukünftig wirken, müssen wir auch weiterhin mit vulkanischen Ereignissen, die den Tambora-Ausbruch um ein Vielfaches übertreffen, rechnen.

Volcanoes and Climate: That eruptions influence weather and climate is well known since a long time. In contrast to earthquakes and many other natural hazards stronger volcano eruptions are able to generate a global impact. This is true especially for strong explosive events if the eruption products are transported into the stratosphere. Known are volcanic eruptions with definitely more than 1,000 cubic kilometer eruptive material involved, but, not much is known about their impact on climate, fauna, and flora. Historically evident is one eruption with global influence only. The explosive eruption of Tambora, Sumbawa, in 1815 with an estimated erupted volume around 100 km³. This southern hemisphere eruption led 1816 on the northern hemisphere to the so called »year without summer«. Only a few decades ago it was believed that fragmented fine lava, ash particles, have the main influence on the incoming radiation. But, only in the 2nd half of the last century it was found out that not the ashes are responsible for the influence on weather and climate, but, released gases like the sulfur dioxide which reacts with water vapor to ultra-fine sulfuric acid droplets which lead to an aerosol layer that can stay in the stratosphere for some years, changing the albedo of the earth. Unfortunately, our knowledge about the development and generation of giant eruptions or so called mega eruption is still small. However, as the driving forces for geodynamic processes have not changed over millions of years and will continue in the future, we have to expect volcanic events that will exceed the impact of the Tambora eruption many times.