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Wetterextreme_Kap.7.5

7.5 Folgen von Wetterextremen für die Waldwirtschaft

Mathias Neumann & Hubert Hasenauer

Folgen von Wetterextremen für die Waldwirtschaft: Weltweit sind 30% der Landfläche mit Wald bedeckt und damit ist die Waldfläche wesentlich geringer, als es dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet entsprechen würde. In Europa wären etwa 80% der Landfläche mit Wald bedeckt, auf Grund von Landnutzungsänderungen sind es heute nur 40%. Wälder und deren Bewirtschaftung haben eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Entwicklung. Wälder beeinflussen die Umgebung und das Klima. Bäume gehören zu den langlebigsten und größten Organismen unseres Planeten und sind daher evolutionär grundsätzlich gut an klimatische Veränderungen angepasst. Das Vorkommen und Wachstum der Bäume hängt von den auf einem Standort limitierenden Faktoren ab. Ändern sich diese, ändert sich das Baumwachstum. Während in den nördlichen Breiten und in den Bergen häufig die Temperatur limitierend wirkt, ist es im warmen Süden oft das verfügbare Wasser. Für die Beurteilung des Einflusses von Wetterereignissen auf Wald werden verlässliche Daten benötigt um die Auswirkungen von Trockenperioden oder Hitzewellen auf das Wachstum von Bäumen wie auch Störungen (Windwürfe oder Borkenkäferbefall) untersuchen zu können. Das Absterben von Bäumen ist aber auch Teil einer natürlichen Waldentwicklung. Sehr rasche Veränderungen der Umweltbedingungen und/oder neue Schadfaktoren überfordern häufig die Anpassungsfähigkeit unsere Wälder. Aktuelle Studien zeigen hohe lokale Absterberaten von Bäumen, aber keinen generellen Trend an erhöhter Mortalität oder geringerem Wachstum. Das gilt auch für Mortalitätsraten nach großen Extremereignissen, wie der Hitzewelle im Sommer 2003. Waldbewirtschaftung kann unsere Wälder auf die sich verändernden Bedingungen vorbereiten, indem auf die Baumartenwahl geachtet wird und möglichst resiliente Waldstrukturen geschaffen werden.

Consequences of meteorological extremes on forest management: The main land cover on earth is forest. With­out any land use change 80% of the total land area in Europe would be covered with forests. Today we have about 40% in Europe and 30% worldwide. Forests and forest management play an important role in sustain­able development. Forests may be affected by climatic and societal change, however forests influence climate conditions. Trees are among the biggest and longest living organisms on earth. Consequently they are in general well adapted to extreme conditions and a changing environment. Depending on the starting conditions, climatic change could enhance the growth of trees, if the current growth limiting factors improve. Forests in high northern latitudes and in mountain areas are often limited by temperature, while in the south warm temperature, and/or water availability are often the limiting factor. For assessing the influence of extreme events large-scale forest data are required. In addition, these data should have a high spatial and temporal resolution to allow an assessment of changes over time important. Such data are important for analyzing drought periods or heat waves as well as disturbances such as wind throw or bark beetle infestations. Studies indicated that related to recent weather extremes no clear evidence of increasing mortality or a permanent reduction of forest growth is evident. Changes of the environmental conditions and/or introduction of new damaging agents may exceed the adaptive capacity of forest ecosystems. Forest management can mitigate environmental changes by selecting suitable tree species and by establishing risk-resilient forest structures.