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Wetterextreme_Kap.7.6

7.6 Gesundheitliche Belastungen durch Extremwetterereignisse

Kristina Militzer & Thomas Kistemann

Gesundheitliche Belastungen durch Extremwetterereignisse: Die Auswirkungen von Extremwetterereignissen wie Überschwemmungen, Starkregen, Stürme, Dürren und Temperaturextreme beeinträchtigen die menschliche Gesundheit auf verschiedene Weise. Unmittelbare Auswirkungen sind die Zunahme der Mortalität und Morbidität durch Unfälle und Verletzungen, extreme Hitze, Kälte und Wassermangel. Sekundäre Auswirkungen sind die durch Umwelt- und Ökosystemveränderungen geänderten Muster vektorübertragener und wasserbezogener Krankheiten sowie die Exposition gegenüber toxischen Substanzen. Tertiär können Extremwetterereignisse gesundheitsrelevante Versorgungsinfrastrukturen (Gesundheits- und Nahrungsmittelversorgung, Transport-, Elektrizitäts- und Kommunikationsinfrastruktur) beeinträchtigen. Neben kurzeitigen Gesundheitseinschränkungen können sich Extremwetterereignisse auch langfristig auf die Gesundheit auswirken. Die natürliche Exposition gegenüber Wetterextremen ist ebenso bedeutsam wie der Einfluss von anthropogenen Faktoren, welche sich auf die Vulnerabilität sowie Anpassungs- und Erholungskapazität einer Bevölkerung auswirken. So sind soziale und kulturelle Faktoren wie auch ökonomische, politische und technologische Determinanten von Bedeutung. Art und Ausmaß von Extremwetterereignissen führen jeweils unterschiedliche Risiken mit sich, welche die Gesundheit von Individuen oder ganzen Bevölkerungsgruppen beeinflussen können. Neben der physikalischen Kraft von Extremwettereignissen, wodurch körperliche Verletzungen und Todesfälle sowie Beschädigungen an kritischer Infrastruktur und Gebäuden resultieren, sind Extremwetterereignisse auch für Veränderungen des Auftretens von Infektionskrankheiten verantwortlich. Die Klimaelemente Wasser (Abwesenheit oder Überschuss) und Temperatur spielen bei verschiedenen Extremwetterereignissen eine entscheidende Rolle, indem sie Einfluss auf das Überleben, das Wachstum, den Transport und die Transmission von Krankheitserregern nehmen. Auch auf das Auftreten von nichtübertragbaren Krankheiten wirken sich Extremwetterereignisse aus. Um die gesundheitlichen Belastungen durch Extremwetterereignisse zu reduzieren, gilt es, Anpassungsstrategien und Schutzmaßnahmen zu etablieren.

Health burdens due to extreme weather events: Extreme wea­ther events, such as, floods, heavy rainfall, storms, droughts and temperature extremes can affect human health in various ways. Direct impacts may include an increase in mortality and morbidity due to accidents and injuries, exposure to extreme heat or cold, or due to water scarcity. Secondary impacts may include changes in vector-borne and water-borne diseases, as a result of environmental and ecosystem change, as well as exposure to toxic substances. Some tertiary effects of extreme weather events may include disruptions to health-related supply infrastructure, such as health care, food supply, transportation, electricity and communications infrastructure. In addition to the short-term consequences of extreme weather on health, extreme weather events can have longer lasting impacts. In an effort to understand how extreme weather events may affect populations, it is important to consider the interplay of anthropogenic factors that influence the overall vulnerability, adaptability and recovery capacity of populations. Therefore socio-economic, political, cultural and technological conditions must be considered. The type and extent of extreme weather events can trigger a variety of different associated risks, which may affect the health of only a group of individuals or the entire population. In addition to injury, death or damage to critical infrastructure, extreme weather events are also associated with the incidence of infectious diseases. Temperature and the absence or excess of water during or after extreme weather events, play crucial roles by influencing the survival, growth, transport and transmission of pathogens. Extreme weather events also have an impact on the occurrence of noncommunicable diseases. In order to reduce the impacts on health by extreme weather events, adaptation strategies and protective measures must be established.