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Wetterextreme_Kap.8.2

8.2 Internationaler Klimaschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Juliane Berger, Eric Fee, Lara Mia Herrmann & Christian Tietz

Internationaler Klimaschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Das Zustandekommen des Übereinkommens von Paris im Jahr 2015 hat gezeigt, dass die Weltgemeinschaft die Bedrohungen, die mit dem anthropogenen Klimawandel einhergehen, erkannt hat. Global betrachtet wurde seitdem aber noch nicht genug getan, um durch Treibhausgas-Minderungsmaßnahmen die Temperaturziele und das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen zu können. Zum einen liegen die Gründe dafür in den fortwährenden Verhandlungen zur Ausgestaltung des Übereinkommens. Einigkeit fehlt unter Anderem weiterhin beim Transparenzrahmen, bei der Messung und Anrechnung von Treibhausgasemissionen und der Ausgestaltung der globalen Bestandsaufnahme, wichtigen Punkten für die Umsetzung des Übereinkommens. Zum anderen sind die nationalen Minderungsbestrebungen der einzelnen Staaten in Summe bei Weitem nicht ausreichend und es besteht weiterhin eine für das Jahr 2030 projizierte Emissionslücke von 11-13,5 Gt CO2Äq, um die Beschränkung der Erwärmung auf 2 °C gegenüber vorindustrieller Werte zu sichern. Auch wenn globale Szenarien davon ausgehen, dass CO2-Emissionen aus der Atmosphäre entzogen werden können, um diese Lücke zu schließen, besteht aus Sicht der Nachhaltigkeit nur eine begrenzte Möglichkeit des CO2-Entzugs. Deswegen ist globales und vor allem schnelles Handeln notwendig, um einen Pfad einzuschlagen, der es ermöglicht, den Scheitelpunkt der globalen Treibhausgasemissionen zu erreichen und dann die noch klaffende Emissionslücke zu schließen.

International climate policy between aspiration and reality: The achievement of the Paris Agreement in 2015 has shown that global society recognizes the threat associated with anthropogenic climate change. Since then however, not enough has been done globally to ensure that greenhouse gas emissions will be reduced enough to achieve the temperature targets and the goal of greenhouse gas neutrality set out by the agreement. This is partially due to the continued negotiations over the rulebook of the agreement. There is a lack of consensus for example regarding the transparency framework, accounting of emissions reductions and the design of the global stock take. All of these are essential elements for the implementation of the Paris Agreement. Furthermore, the nationally determined contributions of the Parties to the Agreement are in their sum far from being adequate. In fact they lead to a projected gap of 11-13.5 Gt CO2eq between the emissions levels in 2030 and a pathway that likely limits global warming to less than 2 °C above pre-industrial levels. Despite assumptions of global scenarios regarding negative emissions, there is a limited potential to compensate for overshooting a CO2 budget by removing CO2 from the atmosphere. Therefore global and especially urgent action is required to achieve a path that reaches a peak in global emissions very soon and then rapidly closes the emissions gap.